Eine unter 1000

17.March 2010 - Bundaberg



Hier unternahmen wir den zweiten Versuch im Schildkroeten Reservat schluepende Karett Schildkroeten (Loggerhead Turtles) zu sehen. Beim ersten Versuch, am Samstag, waren 5 Gruppen zu je 30 Personen vor Ort und wollten dieses Naturschauspiel sehen. Wir entschlossen uns jedoch, an einem anderen Tag einen neuen Versuch zu starten, da wir nicht die halbe Nacht warten wollten.

Gesagt, getan. Die Aboriginal-Fuehrung, der Besuch auf der Kroko-Farm und die 3 1/2 Stunden Fahrt steckten uns noch in den Knochen, als wir eine halbe Stunde zu spaet im Reservat ankamen. Es war schon dunkel und wir hatten Glueck, die Tour ging gerade los. Wir waren in der zweiten Gruppe und machten uns gleich auf zum Strand. Der Ranger lief im straffen Tempo voraus. Es schien als wollte er erst einmal alle grauen Nomaden (grey nomads- wie die Senioren in ihren Wohnmobilen, hier liebevoll genannt werden) los werden.
Nach einem 15 Minuten Marsch war auch der letzte Nomade, ob jung oder alt, Asiate, Amerikaner, Europaer oder Australier am Nest der Karett Schildkroete AD 1467 angekommen.

In der Theorie und im Video hatten wir das Spektakel schon im Delfin Center gesehen.
Doch als wir da so im Dunkel an der Duene standen und auf dieses kleine Stueck Strand schauten, wussten wir nicht, was uns so richtig erwartet.
Der Ranger gab eine kleine Einfuehrung und schon kurz danach buddelte sich die erste Karettschildkroete an die Luft. Wir waren total hin und her gerissen von dem Anblick der Schildkroete. Doch als dann kurz darauf, immer mehr und mehr schluepfende Schildies den naechtlichen Himmel empor kletterten, erinnerten wir uns an die Theorie.
Eine Karrettschildkroete legt bis zu 6 Nester und in jedem Nest sind durchschnittlich 140 Eier. Eine Schildkroete legt also bis zu 1000 Eier. Da fragt man sich doch, wie kann denn diese Art bedroht sein? Jedoch erreicht von diesen ca. 1000 Eiern nur eine/einer das Alter einer Erwachsenen Schildkroete. D. h., dass viele Gefahren im Ozean auf die kleinen Meeresbewohner warten, wie z. B. Fische, Haie, Voegel und natuerlich der Mensch.
Im Delfin- Zentrum hat Nils bei der Fuetterung der gestrandeten Karett- Schildkroeten den Leuten mit einem Plastik- Handschuh den Leuten anschaulich erklaert, warum Plastiktueten die Meeresschildkroeten toeten koennen. Diese Tueten sehen Unterwasser so aus, als waeren es Quallen und die stehen ganz oben auf dem Speiseplan. Und prompt hing im Aquarium auch schon Kabuja (die hungrigste Schildkroete im Delfin- Zentrum) am Handschuh. Zum Glueck lies sie schnell wieder los, doch sie haette sie gefressen! Dies ist nur eine von vielen Gefahren.

Uebrigens weiss noch keiner genau, wie alt Karettschildkroeten genau werden. Sie schatzen, dass circa 100 Jahre alt werden. Und sie werden erst mit ca 35 Jahren geschlechtsreif. Das ist dann wohl eine lange Pubertaetsphase. Ein Glueck , fuer die Eltern, wachsen sie alleine auf.

Nachdem dann auch Turtle Nr. 102 aus dem Sand hervorkam und fuer kuerze Zeit in ein Mini- Gehege kam, konnten nun auch alle Leute zwei ausgewaehlte Schildies mit Blitz fotografieren.
Vorher war das noch nicht erlaubt und selbst ernannte Beschuetzer der Kleinen, waren schon kurz davor einem Japaner einen Schuh auf seine Linse zu werfen. Der Gute hatte wohl nicht verstanden, das man nicht mit Blitz fotographieren darf.
Doch der Ranger konnte das gerade noch abwenden. Das war schon eine komisch gereizte Stimmung unter den Leuten.

Nach dieser kurzen Fotokarierre krochen die 102 Minis ins Wasser. Ein grandioser Anblick, kurz danach schaute der Ranger noch im Nest, ob noch einige unbefruchtete Eier im Nest waren, erklaerte die Arbeit des Reservates genau und beantwortete alle Fragen.

Wir gingen nun mit einem weiteren, grossartigen Erlebnis im Rucksack ,unter dem wunderschoenen Sternenhimmel und dem Gerauesch der Wellen zu unserer kleinen Automobilhoehle. Hier schliefen wir nach diesem langen Tag tief und fest. Und trauemten von Krokos, Delfinen und Schildkroeten
:-)