Von Idaho nach Utah

18.September 2011 - Utah


Heute haben wir einen reinen Reisetag eingelegt, d. h. wir (bzw. Bruno) ist vom Snake River RV Park in Idaho Falls 520 km (!) in den Süden zum Yuba Lake RV Park gefahren. Die Fahrt führte uns durch Lavalandschaften mit tiefen Spalten, dann an Kartoffelfeldern (mit riesigen Bewässerungsanlagen) und durch das Indian Reservation Fort Hall. Die Kartoffel-Bewässerungsanlagen wurden auch dazu benutzt, dem Wasser die Chemikalie beizumischen, die das Kraut totspritzen. Man sieht diese grossen Tanks in den Feldern stehen.
In Fort Hall hat es, wie überall in den Reservaten, Spielcasinos. Dieses in Fort Hall war jedoch gewaltig gross. Ich habe einmal in einem Dorf in eine kleine Spielhölle geschaut und da sitzt man im Dunkeln an Spielautomaten und hebelt daran herum. Was ist daran denn so toll? Die Leute müssen, wollen wohl sehr einsam sein, damit sie sich damit beschäftigen. Es muss ja eine Nachfrage bestehen, dass solche Bauwerke aufgestellt werden.
Südlich von Pocatello beginnt eine schöne unbebaute und wilde Landschaft mit Büschen, Steppe und Bäumen, die aussehen wie hohe Wacholdersträucher. Nach Malad City folgt die Grenze zu Utah. Wir betreten somit unseren 5. und letzten neuen Staat auf unserer Reise. Es hat aber auch bereits die 5. Woche begonnen. Deshalb haben wir am Morgen beschlossen, Utah von unten her in Richtung Nordosten, Richtung Colorado/Denver zu bereisen und mit dem Zion National Park zu beginnen. Deshalb fuhren wir so weit wie möglich auf der Autobahn südwärts.
Die Stadt Salt Lake City durchfuhren wir auf der Autobahn. Vom Grossen Salzsee sahen wir darum so gut wie nichts. Weil es Sonntag war, waren auch nicht viele Lastwagen unterwegs und trotz 6-spuriger Fahrbahn in einer Richtung und 6-spurig in die Gegenrichtung stressten die vielen Ein- und Ausfahrten. In Amerika ist es auch nicht strafbar rechts zu überholen. Bruno musste immer auf der Hut sein, die richtige Spur zu erwischen, um nicht plötzlich auf einer Ausfahrt zu landen. Das Stadtgebiet ist unglaublich weitläufig, die Platzverschwendung ist unermesslich, uns tut es richtig weh bis ins Mark. Wir sehen riesige Einfamilienhausgebiete, kaum einmal mehrstöckige Gebäude ausser in Salt Lake Downtown. In Utah sind auch die Mormonen zu Hause, das sieht man an den kleinen weissen Türmchen auf ihren, vom Grundriss her, überdimensionalen Gebetshäusern. Manchmal haben wir das Gefühl, in jedem Quartier steht so eine Kirche. Aber die Häuser in diesen Quartieren sind einfach, hübsch und sauber, und dies zu Hunderten.
Nach dem grossen Utah Lake verringerte sich das Besiedelungsgebiet schlagartig und wir fuhren wieder über riesige karge Prärien. Links und rechts gesäumt von Bergketten in der Ferne. Es ist einfach schlicht nicht zu beschreiben, wie gross das Ganze ist, nach jeder Überquerung der Ebene folgt die nächste Ebene. Wir merkten jetzt, dass wir uns bereits viel südlicher bewegen, die Vegetation wurde immer karger. Wir machten uns schon Gedanken über unseren Übernachtungsplatz, denn hier gab es keine Menschenseele (hat man das Gefühl) und selten eine Autobahnausfahrt. Wir wussten nicht einmal, wie die Menschen auf die andere Seite kamen, denn es gab keine Unter- oder Überführungen. Mit einer Ankündigung einer Ausfahrt und Campingplatzes, fuhren wir schon recht spät Abends zum Yuba State Park und auf den Oasis Campground in den letzten Sonnenstrahlen. Wir staunten sehr, wie es an diesem verborgenen Stausee in der menschenleeren Gegend ein neuer komfortabler Campingplatz gab. Beim Anblick zahlreicher WC-Häuschen und Sandstrand auf den 7 km ab Autobahn konnten wir erahnen, dass hier und auf dem Wasser im Sommer Hochbetrieb herrscht. Wer hätte das gedacht.