One night in Bangkok makes a hard man humble...
Das Lied ist zwar schon über 25 Jahre alt, aber an der Aussage hat sich wenig geändert. Eines vorweg: egal was ihr jetzt lest, Bangkok ist definitiv einen Besuch wert!
Es ist früh am Morgen... naja gut zumindest für mich. Der Flieger landet gegen 10Uhr auf dem Suvarnabhumi Airport. Nachdem wir gefühlte zehn Stunden über den Asphaltplatz rollen und mal nach links abbiegen, dann wieder rechts, und ab und an auch mal gar nich fahren, kommen wir letztenendes an einem der vielen Gates an und ich betrete zum ersten mal allein das Ausland! Jetzt geht eigentlich alles ganz flott, ich füll meine Aufenthaltsgenehmigung aus, und watschel mit Alexandro zur Passport Control. Nur 10 Minuten später stehen wir mit dem Rucksack auf dem Rücken ganz allein und verloren an einem der größten Luftverkehrszentren der Welt. Der Flughafen gleicht mehr einem riesigen 5 Stöckigen Glaswürfel, mit ganz vielen kleinen Menschen drinnen. Würde man von oben hineinschauen, könnte man das mit diesen kleinen Ameisenkolonien vergleichen die man für 10Euro im Internet bestellen kann.
Der kleine Alex flitzt vorraus und ich hinterher, dank meiner Größe fällt es mir nicht grad schwer ihm durch die Massen zu folgen. Irgendwann stehen wir dann auch schon vor dem Flughafen und Alex zündet sich erstmal nen Glimstängel an und wir unterhalten uns ausgelassen über unseren bevorstehenden Aufenthalt in Bangkok... naja gut vielmehr unterhalte ich ihn, schließlich wird er die nächsten 5 Stunden am Flughafen warten müssen. Und schon steht eine kleine Traube Taxifahrer um uns herum, die uns im absolut unverständlichem thai-english von den schönsten Plätzen erzählen und vor sich her schwärmen... zumindest glaube ich das sie das versucht haben. Aber natürlich nur um uns dann eine Taxifahrt anzubieten für stolze 500 Baht. Gut das sind grade mal 12Euro und in Deutschland wären das gute 60 geworden, aber trotzdem ein unverschämter Preis, schließlich haben wir es nen paar Bahnstationen weiter für 40 Baht (1Euro) in die Innenstadt geschafft. Aber da hab ich Alex schon längst gegen Isabell und Jörg eingetauscht. 2 Deutsche die genauso planlos wie ich waren. Also erst mit der Airport eigenen Ubahn bis an den Rand der Stadt (das hat ne ganze halbe Stunde gedauert... Bangkok ist so verdammt riesig), und von da aus mit dem Tuk Tuk zur Khao San Road. Natürlich wurden wir direkt wieder von 20 Thais gebeten dort hin zu gehen, und das zu besuchen und und und. Ihr müsst nämlich wissen das jeder Thai Verträge mit den großen Touri Organisationen hat, und für jeden Touri bekommen sie Provisionen, Rabatte und andere Vorteile (ich sage nur Nightclubs). Sogar die Polizei steckt da mit drinnen, und wird geschmiert. Von alles und jedem. Man könnte meinen in Bangkok herrscht die pure Anarchie... aber der gemeinsame Wille die Touris abzuzocken schweißt zusammen. Und nichts desto trotz sind sie freundlich, sehr so gar!
100 Gespräche ala "I take you to Fickie Fuckie, 100 Baht, come!" später waren wir dann bei der legendären Khao San Road. Schweißgebadet steigen wir aus dem Tuk Tuk... sowohl weil wir zu dritt mit Bagpacks auf dem Minigefährt saßen und zum anderen weil -ich hab seinen Namen vergessen nennen wir ihn einfach "ling ling"- ling ling mit 80 kmh über rote Ampeln, 6 spurige Kreuzungen und winzige Seitengassen gebraust ist. Vom Sicherheitsabstand zu anderen Autos ganz zu schweigen (Ich konnte kein Taxi ohne Schmarren und Beulen finden).
Statt den versprochenen 40 Baht pro Person sollten wir nun 100 bezahlen und zum Appartment hat er uns auch nicht gefahren. Wir geben ihm also die 40 Baht und suchen uns auf eigene Faust ein Hostel.
Und am nächsten Saftstand (das war der beste Saft meines Lebens... passionsfruit and dragonfruit ice juice....) treffen wir auf zwei weitere Deutsche und ich frage nach einer günstigen Unterkunft. Die beiden bringen uns dann auch direkt dorthin und Jörg und Isabell haben ein klimatisiertes Zimmer mit Bad für umgerechnet 1.50 Euro pro Person. Ich deponier für 0.20 Euro lediglich meinen 21kg schweren Rucksack im "gesicherten" Gepäckraum und wir machen uns auf den Weg zur Khao San Road.
Jetzt folgen 4 Stunden Geschäfte anschauen, sich volllabern lassen, feilschen, sich volllabern lassen, sich Anzüge andrehen lassen (Jeder dritte Laden war ein Anzugschneider Oo) und sich weiter volllabern lassen. Ich muss sagen ich war schon in vielen Ländern aber nirgends haben es die Einwohner so perfektioniert mit absoluter Freundlichkeit, Aggressivität und Offenheit die Kunden anzulocken... oder zumindest versucht sie anzulocken.
Zum Glück war ich Barfuß unterwegs, das ist in Thailand nicht gern gesehen, schließlich machen das nur Geistliche (und selbst das selten) und Obdachlose. Letzteres haben wir dann auch des öfteren getroffen. Und nachdem ich einer kleinen fetten Obdachlosen mein Wasser gegeben hab ist sie mir kurzerhand 10 Minuten gefolgt, hat immer abwechselnd getrunken und mir das Zeug dann wieder vor die Beine gekippt... und sie sah aus wie ein Ewok! Und geredet hat sie auch so. Nen bisschen süß fand ich sie ja schon.
Und der erste Monsunartige Regenschauer ließ nicht lange auf sich warten: heller Sonnenschein, 35° und windstille schlugen schlagartig um: es wurde dunkel, es schüttete wie aus Eimern und naja... es waren immernoch 35°, aber es ging verdammt schnell. Wir haben also in einer kleinen Bar ein zwei Singha (Gutes Thailändisches Bier) getrunken und ich für meinen Teil hab Reis gegessen... Reis mit Ei und Gemüse, zumindest glaube ich das es Ei und Gemüse war. Das ganze wurde dann schon etwas teurer schließlich waren wir an der Hauptschlagader des Tourismus schlechthin. Sprich gute 3-4 Euro für 2 Bier und etwas zu Essen.
Dann wurde es dunkel, wir sind zurück zum Hostel (übringens mussten wir durch verschiedene Häuser hindurch maschieren um letztenendes in der Hintergasse unseres Hostels anzukommen) und ich hab für 20 Baht die öffentliche Dusche benutzt... also Dusche ist etwas übertrieben. Sagen wir den Raum mit dem tropfenden Wasserhahn.
Und gleich wird meine Erinnerung auch zusehens schwummriger.
Weitere kleine shoppingtouren und mehrere Bier später hab ich dann endlich zwischen eine der tausend kleinen mobilen Garküchen die auf der ganzen Straße verteilt standen, eine kleine verbitterte Thaiommi gefunden bei der ich ir dann meine langersehten Grillen und Mehlwürmer kaufen konnte. Eigentlich wollt ich auch noch die Schaben probieren aber das hab ich dann irgendwie verplant. Egal, die Grillen waren spitze. Ich hab mir also nen Beutel voll geholt welcher später in der Bar geleert wurde. Die Mehlwürmer waren... naja nicht eklig, aber gewöhnungsbedürftig. Es war in vielerlei ein Geschmackserlebnis!
Und jetzt beginntt eigentlich der richtige Abend: Wir hatten erstmal ne Menge Spaß in einer der vielen Bars mit live Musik... es haben einfach 2 Thais Lieder von Neil Young, Pink Floyd und anderen alten Rockgrößen gespielt, dazu ein paar Heinecken... natürlich hab ich mich da wohlgefühlt! Danach gings dann zur Thaimassage um die Ecke.... ja M A S S A G E.... denkste! Ich hab noch nie soviel Geld - ok viel ist übertrieben - dafür ausgegeben das man mir eine Stunde lang wehtut... undzwar richtig wehtut!!!
Im Endeffekt hats aber doch gelohnt. Und es war amüsant, und zum schluss auch sehr angenehm... xD
Meine Masseurin war nur leider viel zu klein, so das sie ihre Yoga 92183012093Knoten Technik mit ganzen Körpereinsatz zu guten bringen musste. Sie hat sich dann wortwörtlich auf mich raufgeschmissen, immer mit den Worten "No Knaack Knaack, no good!". Aber sie hat Verspannungen gelöst von denen ich gar nicht wusste das sie da waren, und Knochen haben geknackt wo eigentlich gar keine sein sollten. Aber es war guuuut. :D
Leicht wie eine Feder und komplett entspannt (im wahrsten Sinne des Wortes) trafen wir dann auf den deutschen Hippie Schulkoch aus unserem Hostel. Und er hatte die brilliante Idee zwei Flaschen vom Reiswhiskey zu kaufen und danach in die Disco zu gehen. Mir hätte auch eine Flasche gereicht...
Aber eine der Obdachlosen hat uns nen Stück weit geholfen, als sie unseren Becher geklaut hat.
Während all der Zeit muss ich dazu sagen trafen wir auf etliche Ladyboys, verwahlloste Hunde und Katzen (die Isabell natürlich alle auf den Arm nehmen musste) und weiteren komischen Gestalten. Ein Mit-30iger bot mir an seine Schwester zu entjungfern und ich lehnte dankend ab. Mit den Ladyboys war das nicht ganz so einfach... die waren da etwas aufdringlicher. Und selbst die gut aussehnden Thai-Mädchen (wovon es verdammt viele in Bangkoki gibt) machten alles zu nichte mit ihrer Aufdringlichkeit... außerdem wollte ich keine bösen Überraschungen.
An den Rest des Abends kann ich mich nur noch schwer erinnern... wir standen irgendwann außerhalb eines Nightclubs am anderen Ende der (Innen)Stadt und ich verabschiedete mich von den dreien. Es muss so gegen 3-4 Uhr morgens gewesen sein, schließlich war ich noch klar genug um zu wissen das ich um 5 am Flughafen sein musste.
Etwas benommen, nahm ich mir (oder die anderen haben es für mich getan ich weiß es nicht mehr) ein Tuk Tuk zur Khao San Road und wollte von da an zum Hostel laufen. Schlechte Idee... ich hatte keine Ahnung wo hin! Es war dunkel und ich hatte Alkohol im Blut. Ich weiß außerdem noch das ich ne ganze Weile bei ner Gruppe Jugendlichen gesessen habe... aber ich bin mir nicht sicher ob diese Deutsche waren... waren es überhaupt Jugendliche? Aufjedenfall wussten sie wo ich hin musste, in weiser vorraussicht habe ich nämlich eine Visitenkarte des Hostels mitgenommen!
Daraufhin habe ich mir mein Zeug geschnappt und habe mir für viel zu viel Geld ein Taxi Richtung Flughafen genommen. In seinem Halbenglish machte mir der Taxifahrer auch deutlich das ich mit dem Stirnband wie eine seiner Liblingssängerinnen aussah... und ich muss sagen das stimmte sogar.(er hatte ein Foto im Taxi... naja das Taxi war sowieso ein Sammelsorium außergewöhnlichen Zeugs)