Nachdem ich am 24. noch mit Glueck einen Termin fuers Haitauchen und sogar einen Flug fuer den naechsten Morgen ergattern konnte, hiess es also am 25. um 4.15 aufstehen, da um 5 das Taxi zum Flughafen kam.
Ich flog in einer kleinen Propellermaschine und war nach knapp 45 min Flugzeit auch schon gegen 8.00 in Port Lincoln.
Der Mini Flugplatz ist jedoch noch 14 km von der Stadt entfernt, zu lang zum Laufen, dachte ich mir.
So fragte ich einfach einen Surfer, der von seinem Surfer Daddy abgeholt wurde, ob er in die Stadt faehrt. Ich verstand mich super mit den beiden, bei ihnen zuhause gabs dann nnoch eine Tasse Tee und ich wurde zum Weihnachtsessen eingeladen. Ich lehnte erst dankend ab, weil Familienfest und so, aber sie ueberredeten mich dann doch. So verbrachte ich den ersten Weihnachtsfeiertag mit ca 30 Leuten im Alter von 4-76 bei 27 Grad auf einem (bestimmt sauteuren) Grundstueck mit Privatstrand, an den oft Delfine kommen. Es gab ein grosses Buffet, mit Austern und vielen Meeresfruechten.
Sie ueberrechten mir sogar ein persoenliches Geschenk, was mir schon fast unangenehm war, haette niemals damit gerechnet. Es war ein Kulturbeutel mit allerhand nuetzlichem Kleinkram fuer die Koerperpflege. Auch beim anschliessenden Crazy Christmas (so aehnlich wie Julklapp, jeder zieht eine Nummer und bekommt dann mist ein Quatschgeschenk) musste ich mitmachen und bekam ein Stueck Seife, auf dessen Vorder- und Rueckseite die Worte Arse (Arsch) und Face (Gesicht) zu lesen waren, damit ich auch wusste wo was hingehoert^^
Tja ich hatte noch nie ein so lustiges Weihnachtsfest und alles verlief ohne den kleinsten Familienstreit. Sie bewunderten meinen Mut, in den Kaefig zu steigen, wuerden es jedoch niemals selbst tun, da sie befuerchten, danach nie wieder surfen zu koennen. Denn alle paar Jahre gibt es in Port Lincoln leider Attacken vom Weissen auf die Beach Boys.
Naja, nach so 10 Bier und gut gefuelltem Magen fiel ich dann recht frueh in mein Hotelbett (oh ja, Luxus muss sein ;-)
Denn am naechsten Morgen war der Tag gekommen. um 7 Uhr verliess unser Boot den Hafen in Richtung der Neptune Islands.
Ich dachte ich haette diese Geschichte endlich hinter mir, aber leider wurde ich schon nach einer knappen dreiviertelstunde ziemlich seekrank.
Ich war nicht der erste ueber der Reling aber nach einer quaelenden Stunde des Unwohlseins landete dann mein Fruehstueck im Ozean.
Ich dachte dass es mir danach besser gehen wuerde, aber weit gefehlt.
Naja aber wir ankerten dann nach 3 Stunden hohen Wellengangs und es wurde ordentlich Blut und Fleisch ins Wasser gekippt, wir waren ja alle aus einem Grund hier. Denn nach knapp 15 min zeigte sich dann auch schon der erste "White Pointer", mit einer Groesse von knapp 4 Metern. Und es ist wirklich wie im Film, man sieht die Flosse und dann wie er mit seinem grossen Maul nach dem Koeder schnappt, schon irgendwie daemlih, gleich ins Wasser zu gehen, oder?
Waehrend ich mir weiterhin die seele aus dem leib kotzte, bis sowohl mein Magen als auch meine Galle komplett entleert waren, stiegen die ersten 4 in den Kaefig, jeder hat 45 min, was schon ganz gut ist.
Es war auch irgendwie nicht besser in dem engen Neopren Anzug und mit 2 Bleiguerteln fest um den Bauch geschnallt aber ich war heiss, heiss auf den Weissen Hai. Ich hoffte auch irgendwie einfach dass es mir im Wasser besser gehen wuerde und so ab rein in den Kaefig um mir das Ungetuem mal von nahem anzuschaun.
Und es ist wirklich einzigartig, wenn er so vorbeischwimjmt, immer von irgendwo auftauchend, wo man ihn nicht erwartet. Noch besser war es, als der Koeder eingeholt wurde und der Hai auf der Jagd nach ihm den Kaefig rammte, so dass ich wirklich beihnahe umfiel, der hat schon Kraft, son Weisser.
Ich musste einige Male an die Oberflaeche, weil mein Magen beschloss immer noch zu krampfen, aber ging danach tapfer wieder rein, meine anderen beiden seekranken Zellengenossen, sind nach 10 min wieder raus, so dass ich den Kaefig fuer mich allein hatte.
Aber irgendwann, nachdem einem der Koerper schon mehr als deutlich mitgeteilt hat, dass er nicht mehr kann, musste ich dann doch raus aus dem Wasser und schleppte mich mehr oder weniger in die Dusche, noch mehr Galle ins Waschbecken gespendet.
Ich war danach froh, einfach nur die Rueckfahrt in der Kabine zu liegen und versuchen zu schlafen.
Aber trotzalledem war es das Beste, was ich bis jetzt gemacht hab, auch wenn der Tag wohl mit ein paar Tabletten nochmal doppelt so schoen geworden waere.
Und noch eine gute Nachricht, auf dem boot traf ich 2 Englaender, die ueber Melbourne nach Sydney fahren und mich gern mitnehmen wollten. So gings dann heute Morgen los und nun bin ich gerade wieder in Adelaide und werde morgen wahrscheinlich in Melbourne ankommen, und dann ma guckn.
Also keine Angst, der Hai hat mich ganz gelassen und die Bilder sind echt, teilweise haben sie meine Vorgaenger, teilweise auch ich im Kaefig mit der Unterwasserkamera des Bootes gemacht.
Also froehliche Hainachten