Heute geht's ein wenig früher raus. Ich muss noch packen, denn heute geht es mit einem gemieteten Bus nach Nara. Das Frühstück musste ein wenig unter dem Stress leiden, aber geschmeckt hat es dennoch. So langsam aber sicher gewöhne ich mich an die leicht extremen Temperaturen hier. Ich meine ich habe ja immer die Gewissheit, dass bald wieder irgend etwas klimatisiertes kommt, wenn ich mal draußen so vor mich hin transperiere.
Gesagt getan. Koffer schnappen, raus aus dem Hotel, die Klatsche von der Hitze wegstecken, das Zeug im Bus verstauen und in den klimatisierten Bus hinein. Insgesamt 4 klimageblässtutzen sind für mich zu diensten und kühlen mir das transpirierte Haupt. Die Busfahrt ist sehr ergibig was das schreiben hier an geht, und auch so ist die Landschaft der Hammer und die Musik auf''m Ohr recht angenehm.
Da ich mir ja nur für wenig zu schade bin, haben wir nicht nur irgendein Shinto-Schrein (Als Shint?-Schrein wird im Deutschen allgemein eine religiöse Stätte des Shint?, im engeren Sinn des Schrein-Shint? bezeichnet. Im Japanischen wird üblicherweise seit 1882 (nach einem Gesetz zur Klassifizierung der Shint?-Organisationen) das Wort Jinja (??) verwendet, es gibt jedoch eine Reihe weiterer Bezeichnungen für unterschiedliche Typen von Schreinen. -- Shint? (jap. ??, im Deutschen meist übersetzt mit ?Weg der Götter?) ? auch als Shintoismus bezeichnet ? ist eine fast ausschließlich in Japan praktizierte Religion. In Japan stellen Shint? und Buddhismus die beiden größten Religionsgemeinschaften dar.) sondern gleich mal den größten Holzschrein der Welt angeschaut. Die Tempelanlage ist einfach nur beeindruckend. Allgemein ziehen mich solch Plätze mit höchstem Respekt und Demut an. Ich kann mich dort einfach Stunden lang aufhalten, ruhig, einfach nur beschäftigt mit dem Sein. Den Weg dorthin säumten viele Hirsche, sowas wie ein Hirsch-Park. Extremst knuffige Dinger. Solange man nichts zu Essen bei sich hatte, waren sie auch sehr friedlich. Im Schrein angekommen, begrüßte einen eine 30m gewaltige Buddahstatue aus Bronze. Leider (der Autor übernimmt weiterhin keine Haftung für den Untergang der Welt) war es auch ein "Leicht-käuflich-zu-erwerbende-Damen" Schrein. Das ist eines der Dinge die mich extremst am Shinto stören. Man wirft den Göttern 5Yen in einen Holzkasten, damit die auch einmal in den Urlaub fahren dürfen, um dann 10 sekunden zu beten und dann wieder zu gehen. Turisten ohne Ende. Ist ja kein Problem, sollte man meinen, bzw. ich meinte das anfangs. Nur da sind Reisegruppen durch dies Heilige Stätte gelaufen, mit Megafon und Fähnchen für die Gruppe, damit sich niemand verliert, und erzählten ihre Geschichte. Ein Stand nach dem Anderen, ja.. im Schrein selbst. Wenn das mal nicht eine gute Entweihung des Ganzen ist.
Nach dem schönen Schrein sind wir dann weiter Essen gegangen. Es war billiger als gestern und gut. Nach der Mittagspause ging es dann weiter in Richtung Kyoto, in unser Hotel für die nächsten Tage. Dort angekkommen checken wir noch in und gingen dannach zum Bahnhof. Ein riesen Komplex, extrem wie alles hier in Japan. Unter dem Bahnhof war eine kleine zweite Stadt in der Größe von Oberstenfeld, alles zum fröhnen des Konsums. Und nein, ich habe mir bisher noch nichts gekauft, außer etwas zum Essen und einen Fächer.
Nach dieser kleinen Undergroundtour ging es dann weiter zum Kyoto-Tower. Ich durfte sogar einen Sonnenuntergang in schwindeleregender Höhe in mich aufsaugen. Gestärkt von diesen doch schönen Eindrücken ging es dann wieder in das Hotel. Zimmer sind toll soweit. Bad ist zwar mini für einen etwas rundlicheren europäischen Deutschen, aber das verrichten des Zivilisierungsaktes geht gut von Statten. Noch eine kurze Einführung in die Stadt gab es (wo wann wieso Einkaufsläden zu finden sind, Wäscherei etc.).
So nun aber Schlapptopl zu und schlafen