Den Namen bekam der Fjord von James Cook, der - einmal mit seinem Segelschiff hineingefahren - erhebliche Zweifel daran hatte, ob er je wieder herausfinden würde. (Er schaffte es, aber der Name blieb!). Für uns war eines klar: wir würden einen der wolkenlosen, heißen Tage im Sund erleben , die es nur ca 15 mal im Jahr gibt, denn es handelt sich tatsächlich um einen der nassesten Orte der Welt. Also eigentlich ganz untypisch, aber wir haben uns nicht beklagt! Nur die vielen Wasserfälle waren bereits zu einem trickle geschrumpft, aber sonst! Awesome, stunning - das sagen sie hier, wenn man einen Eindruck nicht beschreiben kann, es aber alles in allem toll findet - und dem können wir uns nur anschließen.In den Sund zu kommen, ist eine schwierige, logistische Aufgabe: zuerst 19km mit dem Bus von Te Anau (immerhin pick-up vom Cosy Kiwi) nach Manapouri, dort pre-paid lunch einsammeln (Gerhard hat die Luxury Variante bestellt, aber der Luxus bestand nur in einem weiteren Sandwich und einer scheußlichen Knabbermischung), dann ein Boot besteigen, das den Lake Manapouri (= See der vielen Inseln ) überquert, wieder in den Bus, der nun auf einer ungemütlichen Schotterstraße, dann durch ein Tunnel, unterirdisch ins Wasserkraftwerk einfährt (Besichtigung zu Fuß! Gerhard erklärt mir die Francisturbine u freut sich über die Würdigung der Ingenieurleistung: NZs most outstanding work of engineering) Wieder in den Bus, der uns nun weiter auf der Staubstraße endlich zum eigentlichen Boot bringt. So leicht ist die Naturschönheit eben nicht zugänglich! Aber dann hat sich die Mühe gelohnt. Der Fjord ist vielleicht nicht so spektakulär wie der weitaus berühmtere und erschlossenere Milford Sound, weil er breiter ist und die ihn umgebenden Berge nicht so hoch sind, aber er ist dafür auch viel weniger touristisch und sehr eigentümlich. Am Ende sehen wir noch ein Pinguinpärchen sich im Wasser tummeln (You are very lucky to see one of the really rare species, the yellow-crested ones at this time of the year), obwohl sie doch eigentlich längst am Südpol sein sollten. Den heftigen Wind nutzte der Kapitain aus und hisste die Segel, was das ganze noch nostalgischer erscheinen ließ.
Am Abend hatten wir den Rücktransport in umgekehrter Reihenfolge, aber unser Busfahrer gab sich alle Mühe, uns seine Heimat nahezubringen, zeigte uns Cook's Lily und trieb sogar einen Kaka (kleiner, grüner Papagei) auf, so dass wir aus dem Staunen nicht mehr herauskamen. Der Doubtful Sound braucht den Vergleich mit den Fjorden in Norwegen nicht zu scheuen!